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Malediven

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Die Republik Malediven (divehi: ދިވެހިރާއްޖޭގެ ޖުމުހޫރިއްޔާ, Rajjeyge Jumhuriyya) ist ein Inselstaat im Südwesten der Südspitze Indiens im Indischen Ozean und besteht aus mehreren Atollen und 1.996 Inseln, wovon 220 von Einheimischen bewohnt werden und 87 weitere ausschließlich für Touristen reserviert sind.

Geographie

Die Malediven sind eine Kette von 19 Inselgruppen im Indischen Ozean, südwestlich von Indien und Sri Lanka. Sie erstrecken sich über 871 Kilometer in Nord-Süd-Richtung bis kurz südlich des Äquators. Die Inseln sind Atolle mit Korallenriffen. Sie liegen, wie die Lakkadiven, auf dem maledivischen Rücken. Dieser wird als abgekippte und gesunkene Randscholle der indischen Landmasse angesehen. Sie sind nicht, wie z. B. Hawaii, vulkanischen Ursprungs. Insgesamt sind von den 1.996 Inseln nur 220 Inseln bewohnt.

Die nahegelegenen barriereartigen Riffe bieten den einzigen Schutz vor manchmal heftigen Wirbelstürmen, die mit den Monsunen kommen. Die Inseln sind mit Palmen und Brotfruchtbäumen bewachsen und von Sandstränden und klaren Lagunen umgeben.
Für Reisende bedeutsam: Die Malediven lassen sich in Inseln für Einheimische (local islands) und Inseln für Touristen unterscheiden (z.B. Kuramathi, Bandos, Vabbinfaru oder Meerufenfushi).

Touristen haben nur bedingt Zutritt auf Einheimischen-Inseln; in der Regel ist dies nur im Rahmen geführter Touren „Island-Hopping“ möglich. Darüber hinaus kann man eine staatliche Erlaubnis beantragen. Derartige Genehmigungen werden selten und unter Auflagen erteilt.

Städte

Nur die Hauptstadt gilt als Stadt, nachfolgend die bevölkerungsreichsten Inseln (Stand Zählung März 2006):

  • Malé: 104.403 Einwohner
  • Hithadhoo: 9.407 Einwohner
  • Fuvammulah: 7.642 Einwohner
  • Kulhudhuffushi: 7.206 Einwohner
  • Thinadhoo: 4.453 Einwohner

Klima

Die Malediven haben im meist ruhigen Indischen Ozean ein sehr konstant heißes, tropisches Klima. Die Temperaturen fallen selbst nachts selten unter 25 Grad. Das Klima prägend sind der Südwest-Monsun von Mai bis Oktober und der Nordost-Monsun von November bis April. Der Südwest-Monsun bringt normalerweise im Juni und Juli Wind und intensivere Niederschläge. Als beste Reisezeit gelten die Monate November bis April.

Bevölkerung und Sprache

Die 298.842 Einwohner (Zählung März 2006) der Malediven sind sunnitische Muslime. Bedingung für die maledivische Staatsbürgerschaft ist das muslimische Glaubensbekenntnis. Die maledivische Sprache, Dhivehi, ähnelt dem Singhalesischen, einer der Amtssprachen von Sri Lanka.

Politik

Auf den Malediven gibt es keine Parteien, obwohl deren Bildung erlaubt ist. Außerdem gibt es Grundrechte wie die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Redefreiheit innerhalb der islamischen Regeln. Religionsfreiheit wird ausdrücklich ausgeschlossen. Auf dem Weltverfolgungsindex von 2007 stehen die Malediven an Platz 5.

Seit 1978 herrscht Präsident Abdul Gayoom autoritär über das Land.

Im Januar 1998 trat eine neue Verfassung in Kraft. Regierungsform blieb die Präsidialrepublik. Der Staatspräsident und Regierungschef hat die uneingeschränkte Macht über die Exekutive. Er wird von einem Einkammerparlament, der Majilis, auf 5 Jahre gewählt, das aus 50 Mitgliedern besteht, von denen 42 gewählt sind und 8 vom Präsidenten eingesetzt. Nach der Wahl muss sich der Präsident noch einer Volksabstimmung stellen.

Im Juli 2003 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht über die Menschenrechtsverletzungen des Regimes von Präsident Gayoom, in dem dieses beschuldigt wird, Folter anzuwenden. Häftlinge würden geschlagen und getreten, sie müssten stundenlang in Handschellen gefesselt in der Sonne ausharren. Vor Gericht würden ihnen Anwälte verwehrt.

Im September 2003 kam es zu ersten Massen-Demonstrationen, nachdem drei Häftlinge unter ungeklärten Umständen im Gefängnis starben. Präsident Gayyoom versprach Reformen, das Rechtssystem sollte verändert, die Kompetenzen des Parlamentes erweitert werden.

Mitte August 2004 wurde der Ausnahmezustand auf den Malediven ausgerufen. Seitdem seien Hunderte Menschen nach Demonstrationen gegen das Regime des Präsidenten in Gefängnissen verschwunden, sagt die Opposition, die längst ins Ausland geflohen ist. Unter den Gefangenen sind auch ein früherer Minister und ein Generalstaatsanwalt, was von der Regierung auch bestätigt wurde. Beide sind landesweit bekannte Reformer, die schon seit Jahren für Gewaltenteilung und freie Wahlen auf den Malediven kämpfen.

Die Herausgeber des unabhängigen Internetmagazins „Sandhaan“ wurden wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt, unliebsame Politiker seien ebenso weggesperrt worden wie religiöse Führer oder Künstler. Gleichzeitig baut der Präsident ehemalige Militär-Gebäude zu Gefängnissen aus - auf Inseln weit weg von den Luxus-Hotels der Touristen.

Im Juni 2005 stimmten die Abgeordneten der Majilis einstimmig für einen Antrag, der die Etablierung eines Mehrparteiensystems ermöglichen soll.

Der Inselstaat, dessen Staatsgebiet zu über 90 % aus Wasserflächen besteht und dessen Landgebiete sich überwiegend nicht mehr als einen Meter über NN erheben, ist vom Klimawandel und dem damit einhergehenden weltweiten Anstieg des Meeresspiegels stark bedroht. Folgerichtig ist der maledivischen Regierung der Klimaschutz ein wichtiges Anliegen, und Malé entsendet zu praktisch jeder Klimaschutzkonferenz eine Delegation.

Verwaltung

Die 26 Atolle der Malediven mit insgesamt 1192 Inseln sind in 20 Distrikte unterteilt. Verwaltet werden sie von den Atollchefs, die vom Präsidenten ernannt werden. Der Bezirk um die Hauptstadt Malé steht unter direkter Verwaltung der Regierung.

Wirtschaft

Allgemeines

Die Malediven gehören zu den ärmsten Ländern der Welt, obwohl einige Wirtschaftzweige, besonders der Tourismus, sich schnell entwickeln. Das Bruttosozialprodukt (BSP) betrug 1997 321,55 Mio. Dollar und das BSP/Einwohner 1.180 Dollar.

Landwirtschaft

Hauptanbaukulturen des Agrarsektors sind Hirse, Maniok und Süßkartoffeln. Kokosnüsse werden für die Nahrungsmittel- und Kopra-Herstellung gesammelt. Der Fischfang, insbesondere von Thunfisch und Bonito, ist die traditionelle Stütze der Inselwirtschaft. Zu den lebenswichtigen Importen, vor allem aus Indien, gehören Nahrungsmittel (Reis), Bau- und Industriewaren und Brennstoffe zur Energieerzeugung. Viele der für die Tourismusbetriebe bestimmten Handelsgüter kommen sogar per Luftfracht von weit her aus Südafrika oder USA, denn die nähergelegenen Nahrungsmittelerzeuger in Sri Lanka können angeblich nicht in konstanter Qualität liefern.

Ausländische Arbeitskräfte

Viele der Angestellten-Jobs, von Hotelmanagern und Architekten bis zu Wellness-Betreuern sind mangels eigener qualifizierter Arbeitskräfte von Ausländern besetzt. Mangelndes Können wird aber häufig mit Lächeln und Freundlichkeit ausgeglichen. Barkeeper auf den Touristeninseln kommen aus Sri Lanka und anderen Ländern und sind buddhistischen Glaubens. Da die Malediven ein islamischer Staat sind, dürfen Malediver keinen Alkohol verkaufen und ausschenken und somit nicht an der Theke arbeiten.

Infrastruktur

Nur in der Hauptstadt Malé, auf dem Addu-Atoll und der Insel Fuvamullah gibt es Straßen und Autos. Fahrzeuge haben eine geringe Bedeutung, da man mit Schiffen oder zunehmend mit Wasserflugzeugen der Maldivian Air Taxi bevorzugt reist. Fahrräder und Mopeds sind auch sehr beliebt, weil es sich für viele nicht lohnt, auf den kleinen Inseln Auto zu fahren.

Der einzige internationale Flughafen (Flughafen Malé) befindet sich auf der Insel Hulhumalé (ehemals Hulule), nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Zudem gibt es viele Regionalflughäfen. Die längste Straße (asphaltiert und mit Autos befahrbar) geht von Hithadhoo bis Gan im Addu-Atoll. Drei durch Dämme verbundene Inseln werden durchquert.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Betreuung der Bevölkerung basiert weitgehend auf traditionellen Behandlungsmethoden und ist unzureichend.

Bildung

Religiöse und weltliche Schulen gewährleisten die Grundschulausbildung. Auf den Inseln gibt es auch Oberschulen. Jedoch ist sonst der durchschnittliche Bildungsgrad eher gering. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei etwa 98 %, ist also mit dem deutschen Alphabetisierungsgrad durchaus vergleichbar.

Quellenangaben

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Malediven aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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